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Nachdem die fechterische Leistung nicht wirklich von Erfolg gekrönt war ist ein Reisebericht meines Erachtens fast sinnvoller. Daher ein Fechtbeitrag der anderen Art:
Hochmotiviert ging es vom Trainingslager in Rohrbach um 15.00 Uhr los. Wie so oft “gut durchorganisiert” ist nun Zeit, die Ausschreibung genauer durchzulesen. Erstes Hoppala: auf der Ausschreibung steht bei der Halle keine Adresse dabei. Zum Glück war beim Frankreichplan noch eine alte Ausschreibung mit Adresse, sodass die Route im Navigationsgerät eingegeben werden konnte. Ein Blick aufs „Navi“ zeigt uns mit 1100 km und 10 h 25 min Fahrt bis zum Ziel, dass wir noch einiges vorhaben. Es geht endlich los – aber Halt – das Auto braucht noch Öl, wer weiß ob dieses in Frankreich erhältlich ist. Daher ein Stopp bei der nächsten Tankstelle, um noch voll zutanken und Öl einzukaufen. Nach dem Tanken wurde festgestellt, dass diese Tankstelle nicht das entsprechende Öl hatte und somit die nächste Tankstelle angefahren. Nun ging’s endlich wirklich los – eine kurze Unterbrechung um einen Fahrerwechsel vorzunehmen brachte uns auch nicht aus der Ruhe. Dann schon eher die Tatsache, dass bereits nach weiteren 50 km das Auto tatsächlich Öl benötigte - also wieder gestoppt werden musste. Schließlich ging die Fahrt weiter Richtung Passau und die Ausschreibung wurde weiter studiert. Zweites Hoppala: das Turnier beginnt nicht wie üblicherweise um 14:00 Uhr, sondern bereits um 11:00 Uhr – der letzte Aufruf sogar schon um 10:30 Uhr. Aber jetzt kann uns ja nichts mehr von der Weiterfahrt abhalten und durch Deutschland ging es mit nur einem Tankstopp dahin. In Frankreich wurde nur angehalten, um die Autobahnmaut zu zahlen. Natürlich schafften wir es auch noch, um 10:00 Uhr abends vom französischen Zoll kontrolliert zu werden. Nach einem mühsamen französisch-englisch, wurde den Zollbeamten klar gemacht, dass wir nur zu einem Säbel-Turnier unterwegs sind und konnten bald die Fahrt Richtung Orleans wieder fortsetzten. Um 24.00 Uhr startete der übliche Versuch ein Quartier zu finden. Dank „GPS“ gab’s ja jede Menge Angebote; also wurde von der Autobahn abgefahren und die möglichen Nächtigungsziele angefahren. Doch das GPS wusste leider nicht, dass um 24.00 Uhr der Empfang nicht mehr besetzt ist und die Zimmermöglichkeit daher nicht gegeben war. Nach einer halben Stunde vergeblichen Suchens ging’s zurück zur Autobahn mit dem entmutigenden Gedanken, nach Orleans durchzufahren. Auf halber Strecke sah man in Troyes jedoch von der Autobahn aus ein Werbeschild, mit einer 24h-Nächtigungsmöglichkeit, sodass wir einen zweiten Versuch starteten und auch tatsächlich erfolgreich waren.
Glücklich und ziemlich geschafft kamen wir um 1.30 Uhr ins Zimmer und stellten gleich 3 Wecker auf 6 Uhr morgens, um rechtzeitig weiter zu kommen. Nachdem es kein Nachtmahl gab, machte es auch fast nichts, dass das Frühstück ebenso ausfiel und wir um 6.30 Uhr bereits wieder im Auto Richtung Orleans saßen. In Orleans angekommen waren wir nach der Parkplatz-Suche schließlich um 9.30 Uhr rechtzeitig in der Halle. Dort hieß es anstellen. Die erste Schlange bildete die Anmeldung um die besagten 100,- Euro loszuwerden. Hinter den Teamkapitänen von Ungarn und Azerbeidjan und einigen Einzelfechterinnen wurde die Anmeldung erledigt und es ging weiter über die Tribüne zur anderen Seite der Halle zur Waffenprobe Neu organisiert wurden gleich drei Reihen gebildet: die rechte Schlange zur Kontrolle der E-Westen und Masken; die linke Schlange für die Waffen und die mittlere Schlange zur Überprüfung der Kabel. Alleine war dies etwas mühsam, zumal größere Mannschaften sich gleich mit den Geräten des gesamten Teams anstellten. Um 10.45 Uhr endlich alles überprüft und umgezogen eine gute Nachricht: Mein Poule ist erst im 2. Durchgang um 12:00 Uhr an der Reihe, daher blieb doch noch die Gelegenheit ein Weckerl zu essen. Das Aufwärmen gestaltete sich recht holprig. Die Beine noch etwas schwer und der Nacken – womöglich vom Autoschlaf – vollkommen verspannt, war die Konzentration beim Aufwärmen noch nicht so gegeben. Kurz vor 12.00 Uhr gings dann zur roten Planche und das erste Gefecht war bereits die Ungarin Reka Benko. Mit 5:3 setzte sich die spätere Nummer 8 des Turniers gegen mich durch. Im nächsten Gefecht meinerseits gegen die vermeintlich schwächste Fechterin des Turniers - die Portugiesin Ana Teresa Jeremias - konnte ich sogar einen 5:2 Sieg für mich verbuchen. Etwas verunsichert, da ich bereits gegen die Portugiesin keinen Angriff erhielt gings von Gefecht zu Gefecht schwächer weiter. Gegen die Französin Laura Reguigne und die Italienerin Stagni gelang gar nichts, sodass die letzte Hoffnung, die vermeintlich stärkste Fechterin aus dem Poule die Ukrainerin Iryna Kravchuk war. Nachdem die Chancen eher bei Null waren, entsinne ich mich, doch noch mehr Aktionen als den Angriff, den ich vom Kampfrichter so und so nicht bekam, zu haben. Mit zweiter Intention und zum Abschluss einem Tempohieb auf die Hand konnte ich dieses Gefecht 5:3 für mich entscheiden. Die zwei Siege reichten bei den 106 Fechterinnen jedoch nicht für den Aufstieg in die Direktausscheidung und im Endklassement blieb es somit der 89. Gesamtrang.
Für die Heimreise blieb nach dem frühen Aus daher mehr Zeit und Tochter Franziska setzte sich mit ihrem Wunsch Paris zu sehen durch. Vom Tour Montparnasse, mit dem Rundblick über ganz Paris ging es mit der Metro zum Montmartre und ins Künstlerviertel. Nach einer Mittagspause ließ sich Franziska portraitieren und über Moulin Rouge und Les Halles ging es zurück nach Montparnasse. Die Weiterfahrt von Paris ging nur mehr bis Reims, sodass für Sonntag noch 900 km Rückfahrt vor uns standen. In Rohrbach fand der letzte Stopp statt, um die zurückgelassenen Materialien vom Trainingslager einzupacken. Zu guter letzt noch eine Panne: der entsprechende Schlüssel zum Montieren des Dachgepäcksträgers ist unauffindbar. Auch das Umschachteln der Fecht- und Schiausrüstung ließ den Schlüssel nicht auftauchen. Dank der Hilfe an der Tankstelle konnte der Träger aber doch noch montiert werden und Schier usw. verladen werden. Eineinhalb Stunden später wurde die Fahrt von Rohrbach nach Wien fortgesetzt, sodass trotz einiger Schlafstopps an verschiedenen Parkplätzen Wien zumindest für mich doch noch vor Mitternacht erreicht wurde. Alois war mit dem Verstauen der Schier noch länger beschäftigt, sodass sich für ihn wohl nur nach Mitternacht ausging. Zum Glück hatten wir beide Montag erst eine Stunde später Unterrichtsbeginn, sodass wir immerhin bis 7.00 Uhr ausschlafen konnten, um wieder “fit” in den Berufsalltag einzusteigen.
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