Österreichische Akademische Meisterschaften 2010, Teil 1 am 09./10.01.2010 im USZ Wien     01.02.2010

Die österreichischen Akademischen Meister sind:
Herren-Florett: Moritz Hinterseer (AFCS)
Herren-Degen: Dietmar Casny (FUL)
Damen-Degen: DI Martina Genser (FUM)

Trotz widriger Wetterverhältnisse und Straßenglätte hatte sich eine rekordverdächtige Teilnehmerzahl zum ersten Teil der Österreichischen Akademischen Meisterschaften eingefunden. Besonders gut waren die Teilnehmerzahlen im Herren-Degen mit 90 Startern, im Damen-Degen nahmen 50 Fechterinnen teil und im Herren-Florett gab es 44 Teilnehmer.
Das beste Ergebnis aus der Sicht des ASC die Bronzemedaille für Mag. Dorothea Tanzmeister, die erst eine Woche vorher einen Spitalsaufenthalt beendet hatte.

Herren-Florett am 09.01.2010:
OAKM10_02Die österreichischen akademischen Meisterschaften finden traditionell in einem schönen Rahmen statt: Der Direktor des Universitäts-Sportinstitutes Dr. Andreas Kellner eröffnete mit einer kurzen Rede dieses Turnier vor den  angetretenen Athleten. Das Organisationsteam von ASC/USI hatte zuvor alle Bahnen und Apparate aufgebaut und war auch während des Turnieres als Tischbesatzung und Turnierhelfer präsent. Ein herzlicher Dank gebührt diesem Team, das heuer besonders gut funktionierte, von der Wettkampfleitung unter Dr. Franz Benda (Abteilungsleiter Wettkämpfe am USI Wien) und Alois Tanzmeister (Spartenchef für Fechten am USI Wien). Für einen reibungslosen und flotten Turnierablauf sorgte die bewährte Turnierleitung unter DI Anton Leitner, Johann Lottspeich und Claudia Chromec.
Nur zwei ASC-Florettisten hatten sich an dieses österreichische Ranglistenturnier herangewagt. Sowohl ASC Ranglistenleader Matthias Steindl als auch Florian Call von der ASC-Jugend schafften die erste Hürde: beide stiegen aus der Vorrunde auf – Matthias hatte zwei Siege aufzuweisen und eine knappe 4:5 Niederlage, Kadett Florian Call zwar mit nur einem Sieg, aber zwei 4:5 Niederlagen. Immerhin waren beide bei den 36 Aufsteigern aus der Indexrunde dabei, den Aufstieg in die 32 schafften sie aber nicht. Der mit Platzziffer 30 aufgestiegene Matthias Steindl scheiterte mit 13:15 an der Nummer 34 Paul Kirchberger (STLFC) und Florian Call (PZ 36) unterlag mit  9:15 Michael Quell (FUW, PZ 29).
Im Vorderfeld war der knappe 15:14 Erfolg im Viertelfinale von Moritz Hinterseer und René Pranz (beide AFCS), der mit großem Fanclub angereist war, bemerkenswert und wie sich später herausstellte, eine psychologische Vorentscheidung um den begehrten akademischen Meistertitel.
Ebenfalls ins Semifinale aufgestiegen waren: der Bruder von Moritz – Mag. Tobias Hinterseer, der mit 15:12 gegen den Mödlinger Johannes Poscharnig aufgestiegen war, sowie der junge Dominik Wohlgemuth (FUM), der gegen den für STLFC Graz startenden Deutschen DI Robert Scholz mit einem klaren 15:4 Sieg den Aufstieg ins Semifinale schaffte. Der vierte Semifinalist war Thomas Macher (KAC) – er siegte 15:8 gegen den Steirer Alexander Blaschka, den Sohn des früheren mehrfachen Staatsmeisters Dr. Robert  Blaschka, der auch – zum wievielten Mal? – am Start war, und als Seniorfechter immerhin den Aufstieg in die besten 32 schaffte.
Im Semifinale gab es ein Familienduell der Gebrüder Hinterseer, das mit einem 15:10 Ergebnis für den jüngeren Moritz endete. Das spannendere Semifinalgefecht durfte Mag. Dorli Tanzmeister (ASC) jurieren. Der Mödlinger Dominik Wohlgemuth überraschte gegen den etablierten Kärntner Thomas Macher, der beim früheren Salzburger Trainer Wojticka trainierte: Dominik Wohlgemuth setzte sich mit einem knappen, aber verdienten Sieg durch und war damit im Finale gegen Moritz Hinterseer. Unter den Zusehern des Finalgefechtes befand sich übrigens auch Herr Sektionschef Dr. Wolf Frühauf, einem großen Förderer des universitären Fechtsportes: als Chef des ZHSA (zentraler Hochschulsportausschuss) hatte er zu einem Großteil zum modernen und qualitativ hochwertigen Turnierequipment beigetragen. Der Herr Sektionschef konnte ein gutes Finalgefecht beobachten, indem der junge Dominik Wohlgemuth lange mithalten konnte. Erst im Finish setzte sich Favorit Moritz Hinterseer durch und sicherte sich den akademischen Meistertitel im Herren-Florett.

Herren-Degen am 10.01.2010:
Zum stärksten Turnier auf österreichischem Boden – nicht nur quantitativ – es waren immerhin 90 Degenfechter am Start, was bei anderen österreichischen Ranglistenturnieren (inclusive der Staatsmeisterschaften) nicht annähernd erreicht wird, sondern auch qualitativ, weil außer Jörg Mathe alle österreichischen Spitzenfechter angetreten waren, sind die österreichischen akademischen Meisterschaften mittlerweile geworden.
Es war diesmal sogar eine Mannschaft aus Südafrika angereist! Unter diesem ausgezeichneten Starterfeld war es für unsere Hobbyfechter – die meisten trainieren nur ein bis zweimal pro Woche – nicht leicht zu bestehen. Von den angetretenen 11 Fechtern von ASC/USI schafften nur vier den Aufstieg ins KO und damit in die Punkteränge für die österreichische Rangliste. Unser bester Degenfechter war DI Richard Messner, der mit 4 Siegen und nur einer Niederlage aufstieg. Junior Thomas Trautner und die Routiniers Christoph Kospach und Arno Fortmann schafften mit je zwei Siegen den Aufstieg ins Tableau der 128. Für den Aufstieg ins KO der besten 64 bekamen Richard Messner, Thomas Trautner und Christoph Kospach auf Grund der Vorrundenergebnisse ein Freilos, Routinier Arno Fortmann musste sich den Aufstieg durch ein 15:8 über Dr. Walter Aigner erkämpfen.
Danach war aber für alle 4 ASC´ler Endstation: DI Richard Messner (PZ 26) fand gegen die Nummer 39 Dr.Tomas Sebestyen (WFK) kein Rezept und ging mit 4:15 unter. Mit dem gleichen Ergebnis verlor Thomas Trautner  (PZ 52) gegen die Nummer 8 Maximilian Schober (FUL). Völlig Chancenlos war der ehemalige ASC Obmann Arno Fortmann gegen den routinierten Balmung Spitzenmann DI Johannes Böhm. Auch Christoph Kospach bekam mit dem Russen Andrej Krupin einen alten Fuchs vorgesetzt und verlor 6:15. Der 76-Jährige Univ. Prof. Dr. Helmut Resch zeigte, dass man auch mit einem fortgeschrittenen Alter durch gute Technik und viel Wettkampfroutine lange mithalten kann. Er landete im Endklassement auf Platz 43.
Bis ins Viertelfinale drangen auch einige nicht gesetzte Degenfechter vor. Den Einzug ins Viertelfinale schafften: die Linzer Dietmar Casny, Clemens Fries (beide FUL), sowie Lukas Nussbaumer (OÖLFK), die Wiener DI Johannes Böhm, Anton Knoll (beide FK Balmung) und überraschend der österr. Seniorenvertreter Dr. Michael Wenusch (WAT), der Fünfkämpfer Thomas Daniel (HSV Wr. Neustadt) sowie der für STLFC Graz startende DI Matteo Montini.
Den Aufstieg ins Semifinale schafften: Dietmar Casny (FUL) mit 15:8 über Wenusch. Die Balmung Fechter Johannes Böhm (15:13 über Clemens Fries) und Anton Knoll (15:11 gegen Nussbaumer). Der Wr. Neustädter Thomas Daniel kam mit 15:12 über DI Matteo Montini (STLFC) ebenfalls ins Halbfinale. Der junge Linzer Dietmar Casny schaffte mit 15:14 gegen den Routinier DI Johannes Böhm (Balmung) den Aufstieg ins Finale, Im zweiten Semifinalduell Setzte sich Thomas Daniel gegen den zweiten Semifinalisten vom FK Balmung  mit 15:12 durch. Mit einem klaren 15:9 Erfolg über Thomas Daniel drang mit Dietmar Casny erstmals ein junger Fechter der FU Linz in die Phalanx der alten Garde vor. Der jungen Linzer Fechtergruppe scheint nun der Durchbruch zur österreichischen Degenspitze gelungen zu sein.

Damen-Degen am 10.01.2010:
OAKM10_01Auch im Damen-Degen gab es mit 50 Starterinnen eine Teilnehmerzahl, die sonst bei keinem österreichischen Ranglistenturnier der allgemeinen Klasse erreicht wird. Darunter waren 7 Degen-Fechterinnen des ASC Wien, der ex aequo mit AFC Salzburg  und FU Linz die meisten Starterinnen stellte.
Nicht nur die Teilnehmerzahl, auch die Leistung passte: nach der Vorrunde lagen unsere Damen sehr gut im Bewerb. Mag. Dorli Tanzmeister gewann alle ihre fünf Vorrundengefechte und lag nach dem Indexdurchgang auf Grund der Trefferdifferenz auf Platz vier, Mag. Uli Knoblich verlor nur ein Vorrundengefecht und rangierte mit ihren vier Siegen auf Platz 14. Je drei Siege brachten Mag. Sanna Schramm (Platz 23) und Barbara Nehiba (Platz 25) zustande. Mit je zwei Siegen lagen Mag. Maria Podlezak und Dr. Ana Almansa nach der Setzrunde auf den Rängen 26 und 33. Nur Melanie Witting kam aus ihrem derzeitigen Formtief nicht heraus. Sie blieb mit einer knappen 4:5 Niederlage gegen die für USI Salzburg startende Esra Foditsch sieglos und schied leider nach der Vorrunde aus.
Im ersten KO-Durchgang schieden Maria Podlezak mit 9:15 gegen Gabrielle Bratter (USI Klagenfurt) und Ana Almansa mit 10:12 gegen die Salzburgerin Karin Pöckl aus, Barbara Nehiba schaffte hingegen mit einem klaren 15:8 gegen die Linzer Studentin  Daniela Hoscher sicher den Aufstieg in die besten 32. Auf Grund der guten Resultate aus der Vorrunde waren mit einem Freilos aufgestiegen: Dorli Tanzmeister, Uli Knoblich und Sanna Schramm. Die letzteren drei siegten dann in ihren KO Gefechten um den Einzug in das Achtelfinale (die besten 16), wobei Uli Knoblich gegen Juliane Hombach vom USI Innsbruck mit 15:6 und Dorli Tanzmeister gegen die Linzerin Fiorentina Pfleger, deren Vater vor Jahren am USI Wien gefochten hatte,  mit 15:9 keine große Mühe hatten; Sanna Schramm musste all ihre Routine aufbringen um gegen die auf Rang 10 gesetzte Kim Weiss (WFK) 15:14 zu gewinnen. Erst im Finish konnte Sanna das Gefecht umdrehen, nachdem Kim Weiss noch vor dem letzten Gefechtsdrittel in Führung gelegen war.
Den Aufstieg ins Viertelfinale brachte aber nur noch Dorli Tanzmeister mit einem unangefochtenen 15:2 gegen Manuela Weiseer zuwege. Uli Knoblich war mit 8:15 gegen Christiana Engel (FK Balmung) ausgeschieden und Sanna Schramm blieb mit 11:15 gegen Lisa Grabmayr (AFCS) auf der Strecke. Der nächste Prüfstein für Dorli im Viertelfinale war Victoria Stelzer (STLFC). Mit 15:10 räumte  Dorli auch dieses Hindernis aus dem Weg und war somit im Semifinale.
Die Semifinalpaarungen lauteten: DI  Martina Genser (FUM) gegen Mag. Dorothea Tanzmeister und Christiana Engel (Balmung) gegen DI Therese Lorenz (FUL). Die rekonvaleszente Dorli hatte nun doch nicht mehr die notwenigen konditionellen Reserven und verlor gegen Martina Genser 12:15. Therese Lorenz war nach einem 15:11 gegen Christana Engel die zweite Semifinalistin. Das Finale verlief lang ausgeglichen, am Ende setzte sich aber Martina Genser durch und wurde mit 15:13 österreichische akademische Meisterin.
Die für den ASC sehr guten und erfreulichen Platzierungen unserer Degen-Damen lauteten:
 3.  Mag. Dorothea Tanzmeister
11. Mag. Ulrike Knoblich
16. Mag. Sanna Schramm
25. Barbara Nehiba
33. Mag. Maria Podlezak
35. Dr. Ana Almansa
47. Melanie Witting


[Die Ergebnisse im Detail: HF, HD, DD]
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