Internationales Herren-Säbelturnier Münchner Schwert am 19.12.2009 und internationales Damen- Säbelturnier Nymphenburger Schloss am 20.12.2009                                                                  06.01.2010

Diese beiden internationalen deutschen Ranglistenturniere in München zählen zu den stärksten Säbelturnieren der A-Kategorie und kommen in der Wertigkeit gleich nach den Weltcupturnieren. Beim „Münchner Schwert“ waren 90 Herren am Start, beim „Nymphenburger Schloss“ der Damen nahmen auch immerhin 56 Säbelfechterinnen teil.
Die österreichischen Teilnehmer und Teilnehmerinnen schlugen sich bei diesen starken Säbel-Turnieren sehr gut. Laura Friedl (KAC) wurde sensationelle Dritte und auch Dorothea Tanzmeister (ASC Wien) bei den Damen und der Junior Matthias Willau (FU Mödling) bei den Herren landeten mit ihren jeweiligen 15. Plätzen noch in den vorderen Rängen.

Herren-Säbel „Münchner Schwert“ am 19.12.2009
Von den neun österreichischen Herren schafften gleich sechs „Säbler“ den Aufstieg aus der Vorrunde ins KO der besten 64 und das doch recht sicher.
Lukas Galli (WSC) und Matthias Willau (FU Mödling) stiegen sogar mit nur einer Niederlage aus ihren Indexrunden auf, die Klubkollegen Nikolai Nikolic, Max Reimer (UFC Wien) und David Reimer (RUR Wien) konnten jeweils drei von sechs Gefechten gewinnen, der Villacher Junior Fabian Herbst schaffte mit zwei Siegen den Aufstieg.
MUENCHEN1Im ersten KO Durchgang siegten Willau gegen Hendrick Wüst (Königsbacher SC) 15:8 und  Galli gegen Benno Schneider 15:10, für die anderen Österreicher gab es durchwegs Niederlagen.
Im Direktlauf schaffte unser Säbel-Star Matthias Willau wieder einen klaren 15:9 Sieg gegen Johannes Klebes (FC Tauberbischofsheim), während Lukas Galli gegen Maximilian Schmelzer (TSG Eislingen) äußerst knapp 14:15 verlor. Über den Hoffnungslauf kam Nikolai Nikolic noch einmal über Adam Domanski (FR Nürnberg) einen Durchgang weiter, dann war aber auch für Nikolic (10:15 gegen Pascal Merle vom TV Alsfeld) und Galli (13:15 gegen den Ungarn Kristof Puy) Endstation.
Der Tauberbischofsheimer Johannes Klebes, der über den Hoffnungslauf in die 32 gekommen war, revanchierte sich gegen die im zweiten KO Durchgang erlittene Niederlage bei Matthias mit 15:11 und schickte ihn nun auch in den Hoffnungslauf. Matthias Willau nützte seine zweite Chance und siegte noch zweimal gegen gegen den Ungarn Kristof Puy klar mit 15:9 und gegen einen zweiten Ungarn Csaba Call  ebenfalls souverän mit 15:10 und war damit unter den 16 besten Fechtern des Turnieres. Der dritte Ungar Sebestyen Puy rächte nun aber seinen Bruder Kristof, den Matthias zuvor eliminierte. Der 15. Gesamtrang bei diesem starken Säbelturnier ist jedoch wieder ein starkes Lebenszeichen von unserem Bronzemedaillengewinner bei der Junioren EM in Odense und ein Erfolg für das österreichische Säbelfechten.
Im Semifinale eliminierten die Deutschen Johannes Klebes und Marlon Hirzmann die beiden Ungarn Matyas Szabo und Balasz Lontay  mit 15:13 bzw. 15:12, sodass es zum Deutschen Finale Johannes Klebes gegen Marlon Hirzmann kam, dass Klebes mit 15:12 für sich entschied. Sieger des Münchner Schwertes also Johannes Klebes aus Tauberbischofsheim vor Marlon Hirzmann  (TV Alsfeld). Auf Platz drei ex aequo der für TSV Bayer Dormagen startende Ungar Matyas Szabo und Balasz Lontay (HUN).
Die weiteren Platzierungen der Österreicher: 34. Lukas Galli, 41. Nikolai Nikolic, 54. Max Reimer, 55. David Reimer und 60. Fabian Herbst. In der Vorrunde ausgeschieden: 73. Michael Waldherr, 75. Andreas Waldherr (beide FKV) und 81. Bernhard Wuschitz (WSC).
Vom ASC Wien hat sich leider kein Säbler an dieses starke internationale A-Turnier herangewagt.

Damen-Säbel „Nymphenburger Schloss“ am 20.12.2009
Etwas mutiger waren hingegen unsere ASC-Säblerinnen. Drei Fechterinnen unseres Clubs waren zum femininen Pendent des „männlichen Münchner Schwertes“ angetreten und zwar Dorothea und  Bettina Tanzmeister sowie Michaela Weszeli. Dazu kamen noch die derzeitige österreichische Ranglisten-Leaderin Laura Friedl (KAC), sowie Silvia Hanschur und Katharina Predota (beide FK Villach).
MUENCHEN2Vier der sechs österreichischen Teilnehmerinnen mussten in der Vorrunde ihre Segel streichen. Besonders unglücklich musste Bettina Tanzmeister mit zwei 4:5 Niederlagen gegen Nicole Thomé (FK Mainz) und Yasemin Koc (GBR) ausscheiden, wobei sie gegen letztere bei 4:4 mit einem Angriff etwas zu kurz kam und erst mit der Rimessa traf. Der Kampfrichter gab jedenfalls die Riposte der Britin, eine knappe aber wahrscheinlich korrekte Entscheidung, die Bettina als Beste mit Platz 49 in der Liste der Ausgeschiedenen aufscheinen ließ – ein schwacher Trost.
Einen schwarzen Tag erwischte Michi Weszeli, die sehr nervös begann und an diesem Tag nicht zu ihrer Form fand. Sie brachte es nur auf sieben Treffer und Rang 53. Ex aequo mit Michaela landete Katharina Predota ebenfalls auf dem 53. Platz. Silvia Hanschur wurde 56.
Wesentlich besser erging es den derzeit stärksten österreichischen Säbelfechterinnen Laura Friedl und Dorli Tanzmeister. In der Vorrunde stiegen beide souverän mit nur je einer Niederlage auf, wobei Dorli  um zwei Treffer bessere war als Laura und daher auf Platz 18 gereiht war, Laura hatte nach der 1. Indexrunde die Platzziffer 23.
Auch in der anschließenden Zwischenrunde gab es keine Probleme für die beiden österreichischen Aushängeschilder im Damen-Säbel. Beide wiesen nach diesem Durchgang je drei Siege von fünf Gefechten auf und auch nach der zweiten Runde gab es für Dorli und Laura unverändert die Platzziffern 18 und 23. In diesem Durchgang war Dorli um 4 Treffer besser als Laura.
Im KO der besten 32 gelang Laura Friedl eine Überraschung: sie gewann ihr Gefecht gegen die als Nummer 10 gesetzte Doreen Häntzsch vom FC Tauberbischofsheim knapp mit 15:14, während Dorli Tanzmeister gegen die Nummer 15 Anne Sophie Kindler (TSG Eislingen) nicht zurecht kam und mit einem 8:15 ihre zweite Chance im Hoffnungsdurchgang suchen musste.
Im nächsten direkten Durchgang  wurde aber auch Laura Friedl von der als Nummer sieben gesetzten Lea Scholten (TSV Bayer Dormagen) auf den Hoffnungsweg geschickt. Im Hoffnungsdurchgang siegte Dorli zunächst relativ problemlos gegen Laura Eisenträger vom TV Alsfeld, bekam aber dann die Nummer sieben der DFB- Rangliste – Amelie Zerfass (vom deutschen Leistungszentrum Tauberbischofsheim)– vorgesetzt. Dorli hielt bis zur Halbzeit gut mit, war aber knapp im Rückstand. Ein taktischer Tipp von Trainergatten  Alois ging in der zweiten Halbzeit voll auf und Dorli warf die Nummer fünf des Hoffnungsdurchganges überraschend, aber auf Grund der guten Leistung verdient aus dem Bewerb, wobei man die faire und gute Jury des deutschen Kampfrichters Gergö Bujdoso anerkennen musste. Die mehrfache ASC-Mannschaftsstaatsmeisterin Ruth Riemer, die es privat und beruflich nach München verschlagen hat, war zu Besuch gekommen und drückte für Dorli erfolgreich die Daumen.
Laura Friedl war ebenfalls erfolgreich und stieg mit 15:7 gegen Solveig Kleber (Königsbacher FC) auch in das KO der besten 16 auf. Dort war für Dorli gegen die Nummer acht der DFB Rangliste Davina Hirzmann (TSV Bayer Dormagen), auf die sich Dorli nicht einstellen konnte, Endstation.
Laura Friedl steigerte sich nun von Gefecht zu Gefecht. Sie eliminierte zunächst die Nummer eins des Hoffnungsdurchganges Viola Kwidzinski (Königsbacher FC) klar mit 15:10, siegte dann mit dem gleichen Ergebnis sogar gegen die Nummer zwei des Turnieres, die Ungarin Nora Garam und war dadurch für das Viertelfinale der besten Acht qualifiziert.
Im Viertelfinale musste Laura als Nummer acht gegen die Nummer eins – Lea Scholten (TSV Bayer Dormagen) – antreten. Das schien eine schier unlösbare Aufgabe zu sein. Laura schaffte aber die Sensation und gewann dieses Gefecht 15:14! Im Semifinale ging aber nichts mehr – eine 7:15 Niederlage gegen Sibylle Klemm (FC TBB) verhinderte den Traum vom Finale in München! Der Rang drei für Laura Friedl ist jedoch ein Spitzenergebnis für den österreichischen Säbel-Fechtsport.
Auch aus der Sicht des Akademischen Fechtklubs kann man mit dem guten 15. Platz für Dorli Tanzmeister bei diesem sehr stark besetzten Turnier in München zufrieden sein.
Turniersiegerin des Nymphenburger Schlosses wurde Die Ungarin Reka Benko nach einem klaren 15:9 Sieg gegen Sibylle Klemm (FC TBB). Die Bronzemedaillen gewannen ex aequo Laura Friedl (KAC) und die deutsche Ranglistenführende Alexandra Bujdoso (Königsbacher SC), die gegen die Ungarin Benko im Semifinale 12:15 verloren hatte.

[Ergebnisse...]
[Zurück zur Artikelübersicht...]

Danke den Sponsoren: