Internationales Ludwig Meider Turnier Ingolstadt 13./14.02.2010                                           17.02.2010

„Ein Bericht der anderen Art“

MEIDER_1Kapitel 1: Die Anmeldung
Hochmotiviert vom Trainingslager zurück wurde noch rasch ein Mail ausgeschickt mit der Information, dass Montag bereits Nennschluss für Ingolstadt ist. (Es könnte ja ASC-Fechter geben, die unsere Homepage nicht lesen!?)
Nachdem keine Antworten kamen, wurde Montag die Nennung der drei angemeldeten FechterInnen durchgeführt.
Eine Stunde später 2. Meldung (manche haben sich mündlich bei Alois angemeldet) – „Ist ja auch kein Problem wir sind ja noch innerhalb des Nennschluss“.
Dienstag früh – leider schon nach dem Nennschluss – doch noch eine Reaktion auf mein Rundmail. Etwas zerknirscht (bereits das dritte Mail mit einer Entschuldigung der etwas chaotischen Nennung) wird die Nennung weitergeleitet.
Zum Glück ist die Turnierleitung recht kulant, sodass die weitere Nennung kein Problem ist.
Dienstag Nachmittag eine weitere Reaktion auf das Rundmail – „anscheinend lesen doch nicht alle unsere Homepage“ – Bereits ein 4. Mail für insgesamt 8 Fechter des ASC.
Dienstag Abend Clubtraining: „Weißt Du eh, dass sich ein Fechter bereits Mitte Jänner für Ingolstadt beim Waffenwart gemeldet hat?“  - Natürlich nicht; also noch ein 5-tes Mail für noch einen 9-ten Fechter (Detail am Rande: Dieser hatte dann sowieso keine Zeit, da er die Ausschreibung nicht angeschaut hat und daher den Zeitplan nicht wusste.)

Kapitel 2: Quartiersuche
Trotz der chaotischen Nennung wäre es doch schön, wenn alle Fechter gemeinsam untergebracht wären. Dienstag abend wurde beschlossen, Uli organisiert das Quartier - daher bis Mittwoch vormittag zusagen, ob ein Quartier benötigt wird.
Nach einigen Telefonaten wurden für Freitag auf Samstag 9 Plätze reserviert, was ein 5er und ein 4er Zimmer bedeutete. Die Nachricht Mittwoch Abend „ich brauche jetzt ohne Freund (von dem ohnehin nichts bekannt war) ein Qurtier“ war dabei etwas spät – daher müsste die Organisation selbst erfolgen.
Die Änderung vor Ort in zwei Einzel und ein Dreibettzimmer klappte fast problemlos bedenkt man den Rest der Quartiereinteilung. Voraussetzung für die Unterkunft war, dass das Quartier schon am Vortag gezahlt werden muss, wir jedoch erst nach Mitternacht in Ingolstadt ankommen. Erstes Problem: „Kommt ihr auch wirklich - zahlt ihr uns auch wirklich?“ – Nachdem wir schon mit dem PKW unterwegs waren und versichert haben zu zahlen wurde der Betrag vorgestreckt.
Daher keine weiteren Probleme, wenn wir ankommen können wir die Schlüssel aus dem Safe mit Zimmernummer 4 für Uli und 5 (4-Bettzimmer für Tanzmeister-Familie) nehmen und beziehen.
Um ½ 3 Uhr in der Nacht in Ingolstadt angekommen finden wir im Safe jedoch lediglich einen Schlüssel (Nummer 7 hängt im Safe). Nach kurzer Suche wurde festgestellt: Nummer 7 -  ein Zweibettzimmer (für fünf Personen!) - sonst natürlich unter Hoteltelefon niemand zu erreichen.
Also ein Fechter muss herhalten. Unsere Burschen sind wirklich im Zimmer Nummer 4 (Ist mit den Holländern wohl etwas schief gegeangen? Diese liegen wahrscheinlich im 5 er Zimmer und haben beide Schlüssel mitgenommen). Es ist bereits 3 Uhr morgens und wir sind wohl schon etwas müde, daher begnügen wir uns zu viert mit dem Zweierzimmer – aufgrund der Zimmertemperatur fast von Vorteil – und Uli kommt bei den Burschen unter.
Die Beschreibung der weiteren Organisation würde wohl zu lange dauern und ist nur schwer wiederzugeben. Nur soviel: Jede Erläuterung benötigte mindestens 5 mal den gleichen Satz, damit der Portier – Manager? - sich auch auskannte – Problem am Rande: Wir „wollen“ noch einen zweiten Tag hier schlafen...

Kapitel 3: Das Turnier
Trotz der etwas mühsamen Vorbereitungen verlief das Turnier aus Sicht des ASC recht erfolgreich. Mit den Plätzen 1 und 3 im Damen-Säbel, 3 und 5 im Damen-Degen und 6 im Damen-Florett wurden immerhin 5 Finalplätze erreicht. Auch unsere Herren schafften diesmal ganz beachtliche Platzierungen. Von 15 Vereinen, die Medaillen an diesem Wochenende erfechten konnten, schaffte der ASC hinter FC Fürth mit einer Gold- und zwei Bronzemedaillen den 2. Platz ex aequo mit FR Nürnberg. FC Fürth gewann 2 Gold und eine Silbermedaille in Ingolstadt und war somit der stärkste Verein in Ingolstadt. Es ist noch zu bemerken, dass die Bayrische Fechtelite (lt. Bayrischer Rangliste) fast vollzählig angetreten war.

Die Waffen im Detail:

Herren-Degen:
Um 9 Uhr 30 sollte mit Herren-Degen das Turnier beginnen. Aufgrund der schlechten Witterung wurde der Beginn jedoch um eine Stunde verschoben, doch dann ging es mit 36 Fechtern los. Von den ASC’lern waren nunmehr Arno Fortmann, Peter Lehmann, Albert Nemes und Richard Messner am Start.
Bis auf unseren deutschen Florett-Fechter, Peter, der sich das erste Mal bei einem Degenturnier versuchte, überstanden alle die Vorrunde und gingen ins 32-KO mit Hoffnungslauf weiter. Aufgrund der Setzung war das erste Direkte für unsere Fechter recht schwer; es konnten jedoch alle unsere Fechter im Hoffnungslauf  ein Gefecht im KO Durchgang  gewinnen. Stärkster ASC-Fechter an diesem Tag war Richard Messner, der im Hoffnungslauf eine weitere Ausscheidung gegen Richard May (USC München) trotz Rückstandes noch 15:14 gewann und somit auf dem 15. Gesamtrang landete.
Der Sieg ging an den Deutschen Mario Voigt vom FC Fürth vor Tobias Geiger.
Die weiteren Platzierungen des ASC:
  23. Arno Fortmann
  24. Albert Nemes
  34. Peter Lehmann

Damen-Florett:
Aufgrund der 4 Waffen, die am Samstag durchgeführt wurden, ließ die Turnierleitung im Damen-Florett gleich nach der Vorrunde 1/3 der Fechterinnen ausscheiden. Von insgesamt 24 Fechterinnen schieden somit 8 gleich nach der Vorrunde aus, sodass es für Breitensportler nur schwer war, die Vorrunde zu überstehen. Dies musste auch unsere Degen-Spezialistin Uli Knoblich erfahren, die zwar einen Sieg in ihrer recht schweren Vorrunde erzielte, sich aber für das KO nicht qualifizieren konnte.
Auch schwer getan hatte sich Dorli Tanzmeister, die mit drei Siegen aufstieg und dort mit Siegen über die Schwedin Kerstin Palm und die Deutsche Veronika Schiller fürs Finale der besten 8 qualifizierte. Im 8er-Finale traf sie – nachdem sie dazwischen fast den kompletten Säbelbewerb gefochten hatte - zum zweiten Mal auf Veronika Schiller und unterlag ihr leider 14 : 13.
Der sechste Platz im Endklassement ist für Florett jedoch recht zufriedenstellend. Der Sieg ging an die Lokalmatadorin Anette Wulf, die im Vorjahr noch an Dorli Tanzmeister scheiterte.
Uli Knoblich belegte den 21. Gesamtrang.

Herren-Säbel:
Auch bei den Herren schafften 2 ASC’ler nach langem Telefonieren den Weg nach Ingolstadt. Mit 22 Fechtern war das Turnier heuer - auch auf Grund der Tatsache, dass Ingolstadt nicht mehr zur Österreichischen Rangliste zählt - schwächer als im Vorjahr. Aus Österreich waren nur Reimer Max (RUR) und unsere beiden Fechter Lukas Gärtner und Michael Hinterschuster am Start.
Die zweite Top-16 Platzierung der ASC-Herren schaffte Lukas Gärtner. Nach der Vorrunde war er sogar als Nummer 5 gesetzt,  musste jedoch nach einer 8:3 Halbzeitführung mit einer knappen 15: 14 Niederlage gegen den Regensburger Andreas Völkl  in den Hoffnungslauf und scheiterte dort erst am Routinier Markus Fuchs (KTF München) ebenfalls knapp mit 14:15, nachdem er auch schon in Führung gelegen war. Im Endklassement erreichte er auch auf Grund seiner starken Vorrunde den 9. Gesamtrang und verfehlte das  8er-Finale nur knapp.
Michael Hinterschuster verschlief seine ersten Vorrunden-Gefechte. Es gelang Ihm zwar gegen den bayrischen Kader-Fechter Marc Münster ein Sieg; leider blieb es jedoch bei diesem einen, sodass er sich nicht für die Direktausscheidung qualifizieren konnte. Er landete daher auf dem 18. Gesamtrang.
Weit besser ging es dem dritten Österreicher, Reimer Max von RUR, der unter anderem gegen Joan Rodrigez Ubeda von FC Fürth gewinnen konnte und nur am späteren Sieger Julian Bielenberg (FR Nürnberg) scheiterte. Er erreichte somit den 3. Platz und holte sich hinter David Zintl die Bronzemedaille.

Damen-Säbel:
Wie schon erwähnt, wurde der Damen-Säbel Bewerb durchgeführt, während Damen-Florett noch im Gange war. Die einzigen Österreicherinnen im Damen-Säbel waren Uli Knoblich und Dorli Tanzmeister vom ASC. 
Uli konnte in ihrer Runde 4 Gefechte gewinnen und war mit nur einer knappen Niederlage als Nummer 2 nach der Vorrunde gesetzt. Dorli Tanzmeister, die in ihrer Vorrunde alles gewann war entsprechend auch als Nummer eins gesetzt. Leider konnte diese Platzierung nicht bis zum Schluss gehalten werden, da Uli Knoblich im Semifinale an Ana Anzenberger scheiterte. Sie belegte aber den ausgezeichneten 3. Gesamtrang.
Das Finale hieß daher Dorli Tanzmeister gegen Ana Anzenberger, das erstere mit 15: 10 für sich entschied. Mit Platz 1 und 3 im Endklassement von 10 Fechterinnen wurde einmal mehr bestätigt, dass im Moment Damen- Säbel die stärkste Waffe des ASC ist.

Herren-Florett:
Aufgrund der fehlenden Rückfahrgelegenheit (schließlich war ja auch Valentinstag) konnte unser Florett-Fechter Peter Lehmann in seiner Waffe nicht starten. Somit war auch kein weiterer Österreicher am Start. Das Duell um den Florett-Titel fand zwischen dem Deutschen Alexander Grossmann (FC Fürth) und dem Franzosen Pierre Foray statt, bei dem der Deutsche das bessere Ende auf seiner Seite hatte. Den dritten Platz erreichte neben Felix Klinger auch der Ingolstädter Baedeker Frank (der im Herren-Degen am Vortag immerhin den 5. Platz erreichte).

Damen-Degen:
Der zweite Bewerb, der am Sonntag stattfand, war Damen-Degen. Da Sonntags nur mehr zwei Bewerbe durchgeführt wurden, hatte die Turnierleitung mehr Zeit, sodass von den 28 Fechterinnen – ähnlich wie im Herren-Florett - keine nach der Vorrunde ausschied. Aus Österreich waren neben Uli und Dorli vom ASC noch die Steirerinnen Roswitha und Viktoria Stelzer sowie Patricia Veghelyi am Start.
In der Vorrunde lief es für die beiden ASC Fechterinnen hervorragend: Dorli gewann alle ihre Vorrundengefechte und war damit die Nummer eins auf der Indexliste, Uli Knoblich stand ihr nicht viel nach, denn sie war nach der Indexrunde mit nur einer Niederlage auf Rang drei gesetzt. Nach diesem ausgezeichneten Turnierstart witzelte Trainer Alois Tanzmeister, dass das Turnier ruhig schon zu Ende sein könnte. Sowohl Dorli als auch Uli konnten sich direkt über den Siegerlauf ins Finale der besten 8 fechten und hatten daher – während der Hoffnunfslauf gefochten wurde - mitunter sehr lange Wartezeiten zwischen den einzelnen Gefechten. Stärkste Steirerin war Viktoria Stelzer, die an Dorli 15:10 scheiterte, aber über den Hoffnungslauf wieder den Weg ins Finale fand.
Im Viertelfinale traf Dorli Tanzmeister wieder auf die Münchnerin Ana Anzenberger und blieb auch diesmal erfolgreich. Uli Knoblich konnte sich auf den Stil von Marion Menzel nicht einstellen und verlor ihr Viertelfinalgefecht. Sie erreichte somit den 5. Gesamtrang. Dorli Tanzmeister hatte im Semifinale Anja Faltenbacher gegen die sie gleich zu Beginn 2 Treffer in Rückstand geriet und schlußendlich knapp 5 Sekunden vor Schluss 15 : 14 verlor.
Der dritte Platz bedeutete aber eine weitere Medaille für den ASC. Trainer Alois hatte es jedoch geahnt: die ausgezeichnete Setzung unserer beiden Degen-Fechterinnen nach der Vorrunde konnte nicht ganz gehalten werden. Der Sieg ging an besagte Anja Faltenbacher von Musketier Marktrewitz vor der Regensburgerin Helena Houlihan.
Viktoria Stelzer (STLFC) wurde noch ausgezeichnete Siebente und Veghelyi und Roswitha Stelzer fochten sich im steirischen Duell die Plätze 24 und 25 aus.

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